Zahlungsfristen

5 Gründe, wieso Zahlungsfristen von 30 Tagen trotzdem zu lange sind

In der Regel haben Kunden 30 Tage Zeit, um ihre offenen Verbindlichkeiten zu begleichen. Diese Zahlungsziele sind jedoch in vielen Situationen deutlich zu lang und stellen den Unternehmer dadurch vor schwierige Herausforderungen. Die folgenden fünf Gründe verraten Ihnen, warum Zahlungsziele von 30 Tagen wesentlich zu lang sind und Sie in einigen Situationen eine Vorfinanzierung für Ihre offenen Forderungen in Erwägung ziehen sollten.

1. Eigene Zahlungsfristen enden vor Ablauf der 30 Tage

Eine Zahlungsfrist von 30 Tagen ist für Ihr Unternehmen deutlich zu lang, da Sie selbst an ähnliche Zahlungsfristen gebunden sind. Für die Bearbeitung eines Auftrags werden meist bestimmte Werkstoffe und Verbrauchsmaterialen benötigt, die von externen Lieferanten bezogen werden. Nach der Lieferung dieser Ressourcen benötigen Sie jedoch noch etwas Zeit zur Verarbeitung, bevor Sie das fertige Endprodukt an Ihren Kunden ausliefern können. Daraus resultiert, dass Sie die für einen Auftrag benötigten Materialien stets bezahlen müssen, bevor die offenen Forderungen Ihrer Kunden beglichen wurden. Aus diesem Grund benötigen Sie für die Annahme und Bearbeitung jedes Auftrags einen einkalkulierten Puffer und belassen daher viele Ressourcen ungenutzt auf der Bank.

2. Arbeitnehmer müssen vor Ablauf der 30 Tage entlohnt werden

Ein weiteres Problem entsteht, wenn Sie für die Bearbeitung Ihres Auftrags Mitarbeiter beschäftigen müssen. Unabhängig von Ihrer Auftragslage oder den Zahlungsfristen Ihrer Kunden wird jeden Monat zu einem festen Termin die Entlohnung Ihrer Arbeitskräfte notwendig. Wird die Entlohnung Ihrer Arbeitnehmer während der Zahlungsfrist des Kunden fällig, müssen Sie deren Arbeitsleistung vergüten, obwohl Sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Bezahlung für den Auftrag erhalten haben. Auch dieser umfangreiche Posten erfordert hohe Rücklagen, die für lange Zeit ungenutzt auf Ihrem Konto liegen müssen. Somit werden Sie aufgrund der langen Zahlungsfrist stark am effizienten Einsatz Ihres Vermögens gehindert.

3. Direkt nach dem Abschluss eines Auftrags werden neue Ressourcen benötigt

Durch die Bearbeitung eines Auftrags fallen hohe Kosten an. Haben Sie ausreichend Rücklagen gebildet, um alle anfallenden Rechnungen sowie den Lohn Ihrer Mitarbeiter vor Ablauf der Zahlungsfrist begleichen zu können, kommen jedoch noch einige weitere Kosten auf Sie zu. Zahlreiche Ressourcen, die für die Bearbeitung eines Auftrags erforderlich werden können, müssen direkt bezahlt werden. Darüber hinaus erfordern einige Aufträge Bearbeitungszeiten von mehreren Wochen bis Monaten und können daher nur mit besonders hohen Rücklagen angenommen werden. Deshalb müssen Sie unter Umständen auf finanzielle Mittel zurückgreifen, die bereits für Ihr Unternehmenswachstum geplant waren und zögern dieses dadurch erheblich hinaus.

4. Zahlungsfrist bindet Ihr Kapital für 30 Tage

Aus den bereits genannten Gründen resultiert, dass ein erheblicher Teil Ihres Kapitals aufgrund der Zahlungsfrist von 30 Tagen zwar in Ihrem Unternehmen vorhanden ist, aber nicht genutzt werden kann. Daraus kann sich ein direkter finanzieller Schaden für Sie entwickeln. Unter anderem sind Sie dadurch in Ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt und können vorteilhafte Angebote und Rabattaktionen nicht so nutzen, wie Sie es ohne diese Zahlungsfrist getan hätten. Auf diese Weise entgeht Ihnen eine potentielle Steigerung Ihrer Gewinne. Weiterhin ist es Ihnen nicht möglich, Ihr Kapital effektiv für Investitionen und Marketingaktionen einzusetzen. Grundsätzlich wächst Ihr Unternehmen dadurch stets mit einer Verzögerung von 30 Tagen.

5. Zahlungsfrist verhindert die Annahme weiterer Aufträge

Letztlich sorgt diese lange Zahlungsfrist unter Umständen auch dafür, dass Sie attraktive Aufträge nicht annehmen können. Ohne Sicherheiten und Rücklagen gehen Sie durch die Annahme eines Auftrags ein hohes Risiko ein. Nicht immer können oder wollen Ihre Kunden eine offene Verbindlichkeit begleichen, sodass stets das Risiko eines Zahlungsverzugs besteht. Um aufgrund der Zahlungsmoral der eigenen Kunden nicht selbst in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten, werden deshalb oftmals lukrative Aufträge nicht angenommen. Dadurch verspielen Sie jedoch nicht nur eine Chance auf einen hohen Gewinn, sondern sorgen im ungünstigsten Fall sogar dafür, dass Ihr direkter Konkurrent einen gewinnbringenden Auftrag erhält.

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