Rechnungsfinanzierung in der Logistikbranche

Sie leiden unter lange Zahlungsfristen in der Logistikbranche?

In unserem Blog-Beitrag „Wie Rechnungsvorfinanzierung in der Logistikbranche zum Erfolg führt“ haben wir uns damit auseinander gesetzt, wie Unternehmen in der Logistik- und Transportbranche von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten profitieren können. Um zu sehen, welche Möglichkeiten in der Realität wirklich verwendet werden, haben wir kleine und mittelgrosse Transportunternehmen in der Schweiz kontaktiert. In einem persönlichen Gespräch wurden den Unternehmen Fragen zu ihren Zahlungsfristen, der Zahlungsmoral der Kunden sowie zum Liquiditätsmanagement gestellt.

1) Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen international tätigen Transportunternehmen und denen, die ausschliesslich innerhalb der Schweizer Grenzen tätig sind.

Bei Unternehmen, deren Geschäftsbeziehungen sich hauptsächlich auf den Schweizer Markt beschränken, liegt die durchschnittlich vereinbarte Zahlungsfrist ihrer Rechnungen bei 30 Tagen. Bei Unternehmen, die international tätig sind, sieht dies ganz anders aus – hier handelt es sich um Fristen zwischen 90 und 180 Tage. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Liquidität. Zum Teil führt dies auch dazu, dass die betroffenen Transportunternehmen nur noch gegen Vorkassen Leistungen erbringen, da sie nicht so lange auf den offenen Positionen sitzen wollen und/oder können.

Die angegebenen Fristen sind allerdings nur die vertraglich zugesicherten Fristen. Im Durchschnitt sehen sich national tätige Unternehmen mit einem 14 tägigen Zahlungsverzug konfrontiert. Bei international tätigen Firmen sind es gar 28 Tage durchschnittliche Überfälligkeit.

 

2) Liquiditätsplanung hängt stark von der Grösse der Unternehmung ab.

Unsere Umfrage ergab, dass kleine Unternehmen nur geringen Wert auf ein ausgefeiltes Liquiditätsmanagement legen. Dies ändert sich mit dem Wachstum des Unternehmens. Unternehmen im mittleren Bereich verwenden hingegen häufig Excel, um die Liquidität im Überblick zu haben. Dies kann bis zu einer gewissen Auftragsmenge ausreichend sein, um die Cash-In- und Cash-Out-Flows zu überwachen. Grössere Unternehmen verwenden hingegen häufig ein ERP System und/oder ein Buchhaltungssystem für diese Zwecke.

Ausserdem ist auffällig, dass vor allem die kleineren Unternehmen ein aktives Mahnwesen betreiben. Wohingegen die etwas grösseren länger warten, bis sie ihre Mahnungen versenden. Dies ist ein Indikator dafür, dass vor allem die kleineren darauf angewiesen sind, dass ihre Rechnungen fristgerecht gezahlt werden.

 

3) Factoring ist (noch) keine beliebte Option in der Schweiz.

Die von uns befragten Unternehmen, verwenden keine Factoring-Lösungen oder kennen dieses Konzept nicht einmal. Zum einen liegt dies am schlechten Ruf dieser Finanzierungsform. Zum anderen aber auch an der umständlichen Handhabung. So verlangen Banken häufig sehr viel Informationen und noch dazu hohe Gebühren.

Weiter zeigte sich, dass Factoring beliebter wird je grösser die Unternehmung ist. Die Vorteile alternativer Finanzierungsmöglichkeiten stehen klar im Zentrum bei grösseren Unternehmen.

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Phil Lojacono

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