So vermeiden Sie Liquiditätsengpässe

In der DACH-Region geben knapp 400’000 KMU an, dass es für sie problematisch ist, an liquide Mittel zu kommen und dass Sie somit oft Liquiditätsengpässe haben. Diese Engpässen stellen nicht nur ein erhöhtes Risiko dar, sondern auch die Effizienz der aktuellen Geschäftstätigkeit beeinflussen. Um dem Vorzubeugen ist eine Analyse des Zahlungsverkehrs, der Einnahmen und Ausgaben notwendig. Des Weiteren ist ein gutes Management von Forderungen und Verbindlichkeiten sehr wichtig. Sollten Sie einen Liquiditätsengpass in Ihrer Liquiditätsplanung festgestellt haben, geht es zunächst an die Ursachenforschung. Welche Massnahmen Sie ergreifen können, erfahren Sie hier.

Einnahmen und Ausgaben analysieren

Auf Basis der Finanzplanung analysieren Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben und identifizieren potentielle Abweichungen von der Norm.

Wenn es sich um ein strukturelles, d.h. dauerhaftes, Problem handelt, dann können Ihnen die Ratschläge weiter unten sicherlich weiterhelfen. Vielleicht können Sie den Liquiditätsengpass jedoch schon durch die Anpassung einzelner Komponenten vermeiden.

Sind es beispielsweise hohe einmalige Ausgaben, die zum Engpass führen würden, prüfen Sie, ob Sie diese Ausgaben nicht noch verschieben können oder vereinbaren Sie andere Zahlungsmodalitäten.

Fehlende Zahlungseingänge, Forderungsmanagement

Auch wenn sich Ihr operatives Geschäft wie gewünscht entwickelt, können Sie in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Hohe Vorfinanzierungen bei Aufträgen, lange Forderungslaufzeiten oder Zahlungsausfälle sind häufige Gründe für Liquiditätsprobleme. Folgende Hinweise können helfen solche Probleme zu verringern:

  • Betreiben Sie ein beispielhaftes Forderungsmanagement – führen Sie Buch darüber, wer Ihnen noch Geld schuldet, wann die Rechnung geschrieben wurde und wie lange die Zahlung schon überfällig ist.
  • Schreiben Sie Rechnung zeitnah zur Leistungserstellung. Durch die Einräumung von Skonto können Sie einen Zahlungsanreiz setzen.
  • Schreiben Sie Mahnung und telefonieren Sie hinterher. Nur im Notfall greifen Sie zu weiteren rechtlichen Massnahmen.
  • Vermeiden Sie Abhängigkeiten von wenigen Kunden, dies reduziert das Risiko des Zahlungsausfalls.
  • Versuchen Sie Abschlagszahlungen zu vereinbaren, sodass erste Zahlungen bereits mit Vertragsschluss zu leisten sind.
  • Prüfen Sie ob Factoring für Sie in Frage kommt. Beim Factoring verkaufen Sie Ihre Forderungen gegen einen Abschlag weiter an ein anderes Unternehmen. Dies verschafft Ihnen Liquidität. Jedoch verringern sich auch Ihre Einnahmen.
  • Prüfen Sie ob sich Ihre Debitorenrechnungen vorfinanzieren lassen. Bei der Debitorenvorfinanzierung handelt es sich um eine günstigere und flexiblere Alternative zum traditionellen Factoring. Informationen dazu finden Sie hier.
  • Bei Grossaufträgen können Sie bei Ihrem Kunden einen Betreibungsauszug verlangen. Dies ist unangenehm jedoch für sie notwendig. Denken Sie aber daran, dass es sich bei Ihrem Kunden auch einfach nur um Menschen handelt. Wenn Sie mit guten Argumenten kommen, zeigen diese sich oftmals verständlich. Eine Beurteilung der finanziellen Situation Ihres Kunden erhalten Sie ebenfalls, wenn Sie Ihre Rechnung vorfinanzieren lassen.

Zahlungsausgänge optimieren

Wenn Sie einen Liquiditätsengpass erwarten, sollten Sie zunächst Ihre Zahlungsausgänge kontrollieren. Können Sie diese ebenfalls länger hinauszögern oder längere Fristen vereinbaren? Machen Sie hierzu eine detaillierte Aufstellung der offenen Rechnungen und Zahlungsziele.

Weitere Massnahmen zum Vermeiden von Liquiditätsengpässen

  • Können Sie weitere Einlagen tätigen oder zusätzliche Kapitalgeber gewinnen?
  • Gespräche mit Ihrer Bank: Ist es beispielsweise möglich den Kontokorrentkredit in ein langfristiges Darlehen umzuwandeln?
  • Steuerbehörde: Eventuell können Sie auch hier ein verlängertes Zahlungsziel für die Steuerzahlungen vereinbaren.

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Phil Lojacono

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