Marcel Dobler

Interview mit Marcel Dobler

Heute stellen wir Ihnen das Interview mit Marcel Dobler vor. Herr Dobler ist seit diesem Jahr im Nationalrat der FDP. Als Gründer der digitec AG war er bereits vorher mit politischen Themen konfrontiert, konnte sein Interesse allerdings nicht in Vollzeit verfolgen. Vor diesem Hintergrund setzt er sich vor allem für die Entlastung KMU in der Schweiz ein und kämpft gegen diskriminierende Importpreise.

Advanon: Die Schweizer Bevölkerung hat in den vergangenen Jahren bei einigen Initiativen nicht den Wünschen der grossen Wirtschaftsverbände entsprochen. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz trotz traditioneller Nähe der Bevölkerung zur Wirtschaft?

Marcel Dobler: Es mögen verschiedene Gründe zu diesen Abstimmungsergebnissen geführt haben. Generell kann aber gesagt werden, dass Vertrauen und Glaubwürdigkeit über Jahre aufgebaut werden müssen. Es genügt nicht mit teuren Kampagnen vor Abstimmungen  in Erscheinung zu treten. Ebenfalls sind Verbände und Organisationen heute sehr stark von den Medien personalisiert. Es ist wichtig, dass die obersten Repräsentanten über ein starkes Netzwerk verfügen, professionell kommunizieren können und eine hohe Glaubwürdigkeit geniessen.

Advanon: Sehen Sie die gute Wettbewerbsposition der Schweiz durch diese Initiativen und v.a. deren Ergebnisse gefährdet?

M.D.: Es sind Initiativen, wie die Masseneinwanderungsinitiative angenommen worden, die in der Umsetzung sehr anspruchsvoll sind.

Die gesetzten Ziele, die Anliegen der  Wirtschaft und die Position der EU sind nicht einfach in Einklang zu bringen.

Sorgen bereiten aber auch die hohe Dichte an Initiativen zu sehr entscheidenden Fragen für die Wirtschaft, die laufend lanciert und eingereicht werden. Damit wird das Vertrauen im Ausland an die Stabilität des Schweizer Werkplatzes immer wieder auf den Prüfstand gestellt.

Advanon: Unser Start-Up wurde von einem Schweden, einem Holländer und mir (Schweizer) gegründet. Wie soll ich meinen beiden Kollegen erklären, dass die Schweiz nach wie vor die beste Wahl in Europa ist (wovon ich natürlich überzeugt bin)?

M.D.: Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU. Sie ist im Vergleich zur EU nach wie vor ein Hort von Stabilität, in der politische Veränderungen, wenn überhaupt nur sehr langsam von statten gehen und von mehreren unabhängigen Instanzen aufbereitet und verabschiedet werden: Verwaltung, Bundesrat, Zweikammersystem im Parlament und mögliche Ueberprüfung der Entscheide via Volksrechte. Daher sind Entscheide mit nachhaltig negativer Konsequenz kaum vorgekommen.

Dazu ist die Sicherheit in der Schweiz einzigartig, die Arbeitsproduktivität hoch, der Arbeitsfriede garantiert, eine starke und sichere Währung im Hintergrund und die Schweiz bezüglich Innovationskraft seit Jahren weltweit auf Platz 1. Die Steuerbelastung ist sowohl für natürliche als auch für juristische Personen im internationalen Vergleich niedrig. Was will man mehr?

Advanon: Wir haben bislang gemerkt, dass bürokratische und langwierige Abläufe mit den Schweizer Behörden ein Problem sind. Insbesondere für junge Unternehmen ohne finanzielle Ressourcen kann dies zum Problem werden. Ist das ein Punkt auf Ihrer politischen Agenda und wenn ja, wie gehen Sie dagegen vor?

M.D.: Das ist ein Punkt auf unserer politischen Agenda. Wir bearbeiten das Thema in der Wirtschaftskommission des Nationalrates und haben diesbezüglich an der Novembersitzung eine Anhörung durchgeführt.

Advanon: Was geben Sie jungen Unternehmern mit auf den Weg? Können sie sich auf Sie als Sprachrohr für Start-Ups verlassen?

M.D.: Neue gute Ideen sind für unsere Wirtschaft sehr wichtig. Der Erfolg hängt aber sehr stark von einer professionellen Umsetzung ab. Es lohnt sich in entscheidenden Prozessen für Aufgaben, die wichtig aber nicht regelmässig bewältigt werden müssen, eine fachliche Beratung zuzuziehen.


Über Advanon

Gestartet im Juli 2015, ist Advanon die erste Online Plattform in der Schweiz, die es KMU erlaubt ihre Rechnungen online von Privatinvestoren vorfinanzieren zu lassen. Durch das innovative Geschäftsmodell haben Unternehmen schneller und einfacher die Möglichkeit, ihre Finanzinformationen zur Verfügung zu stellen und somit das Risiko besser abzuschätzen. Das passionierte Team hat sich als Ziel gesetzt, den veralteten Factoring-Markt durch den Einsatz modernster Technologien zu revolutionieren. Dabei stehen Datenschutz und Qualitätsstandards immer im Vordergrund und sollen so dem Kunden höchste Komfortabilität bieten.

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Stijn Pieper

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