Unternehmensbewertung

Die Unternehmensbewertung – Folgende Methoden gibt es

In den letzten Wochen haben wir die Übernahme eines KMU thematisiert. Diese Woche geht es um die Bewertung von Klein- und Mittelunternehmen. Die Unternehmensbewertung gehört mitunter zu den schwierigsten Schritten bei der Veräusserung eines Betriebes. Der Wert eines Unternehmens kann auf etliche Wege ermittelt werden. Häufig wird auf die relativ einfach zu verstehenden Substanz- und Ertragswertmethoden zurückgegriffen. Wir erklären hier, wo die Schwierigkeit dieser Methoden liegen und welche Methoden es sonst noch gibt.

(Netto) Substanzwertmethoden

Die Substanzwertmethode konzentriert sich auf die Addition der Aktivposten. Diese Methode ist vor allem bei der Bewertung kleiner Unternehmen oftmals anzutreffen. Die Produkte solcher Unternehmen haben oftmals späte Phasen ihres Lebenszyklus erreicht. Es wird zwischen dem Substanzwert und dem Netto-Substanzwert unterschieden. Der Netto-Substanzwert zeigt den Wert des Eigenkapitals und der Substanzwert den Wert der Unternehmung. Berechnet werden die beiden Werte wie folgt:

Substanzwert = Buchwert der Aktiven + stille Reserven

Netto-Substanzwert = Substanzwert – Fremdkapital oder Eigenkapital + stille Reserven

Der Wert der Aktiven wird in der Literatur oftmals verschieden gemessen und genau darin liegt auch die Schwierigkeit dieser Bewertungsmethode. Je nach dem nach welcher Rechnungslegungsstandard gewählt wird, kann der Wert der Aktiven sehr verschieden bewertet werden. In der Praxis wird allerdings oftmals zwischen dem Wert beim einzelnen Verkauf der Aktiven und dem Wiederbeschaffungswert des gesamten Unternehmens unterschieden. Der Liquidationswert ist faktisch der Mindestpreis, zu dem ein Unternehmen verkauft werden könnte.

Die Substanzwertmethode (Wiederbeschaffungs- oder Liquidationswert) ist die Summe der geschätzten Aktiven. Sie ist demnach nur in Fällen geeignet, in dem ein Käufer an einzelnen Aktiven interessiert ist, nicht aber an der Weiterführung des Betriebes. Wenn der Käufer den Betrieb weiterführen möchte, wird er eher an zukünftigen Gewinnen interessiert sein. Dies sollte die Ertragswertmethode abdecken – wieso das aber auch nur bedingt gelingt, zeigen wir nachstehend.

Ertragswertmethode

Die Ertragswertmethode nimmt an, dass die Aktiven des Unternehmens eine konstante ewige Rente von nachhaltig erzielbaren Reingewinnen generieren. Dies wird anhand der folgenden Formel berechnet:

Ertragswert = Nachhaltig erzielbarer zukünftiger Gewinn / Diskontsatz

Beispiel: Das Unternehmen XYZ AG erzielt einen Gewinn von 9 Mio. CHF und wir gehen davon aus, dass dies so bleiben wird. Der Diskontsatz wird auf 10 Prozent festgesetzt. Berechnet wird der Ertragswert nun wie folgt: 9.0 / 0.1 = 90 Mio. CHF.

Die Grundidee dieser Methode ist prinzipiell korrekt. Der Wert des Eigenkapitals wird dadurch bestimmt, was die Aktionäre in Zukunft erwarten können. Allerdings werden dazu nicht immer die richtigen Zahlen beigezogen. Heutzutage ist man sich einig, dass der Gewinn eine buchhalterisch herbeigeführte Zahlt ist und teilweise nicht viel über den wahren Zustand eines Unternehmens aussagt. Es wäre wichtig, den Cash Flow miteinzubeziehen. Ausserdem kann es sein, dass nicht der richtige Diskontsatz verwendet wird – was zu erheblichen Differenzen in der Unternehmensbewertung führen kann.

Praktikermethode

Die Praktikermethode versucht, die beiden vorgängig diskutierten Methoden zu kombinieren und einen gewichteten Durchschnitt davon abzubilden. Häufig wird der Ertragswert leicht übergewichtet, woraus ein 1:2 Verhältnis resultiert. Somit ergibt sich folgende Berechnung:

Praktikerwert = (Netto-Substanzwert + 2*Ertragswert) / 3

Neben dem Fakt, dass die Nachteile der Substanz- und der Ertragswertmethode nicht einfach verschwinden, liegt die Schwierigkeit dieser Methode in der richtigen Wahl der Gewichtung. Die richtige Gewichtung führt nur über eine empirische Untersuchung. Leider aber fehlen die Daten für eine solche Untersuchung in den meisten Fällen.

Fazit zur Unternehmensbewertung

Alle drei Methoden zur Unternehmensbewertung sind relativ einfach zu berechnen und bedürfen keiner tagelangen Analyse. Leider aber ist ihre Aussagekraft auch dementsprechend eingeschränkt. Das heisst, der Aufwand für kompliziertere Verfahren, wie beispielsweise des Discounted Cash Flow-Ansatzes (DCF), können sich durchaus lohnen. Bei weiterführenden Fragen oder detaillierte Auskünfte zum richtigen Bewertungsansatz steht Ihnen Advanon jederzeit gerne zur Verfügung.  Benutzen Sie unsere Factoring-Alternative um Ihr volles Wachstumspotenzial auszuschöpfen!

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Phil Lojacono

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