Die aktuelle Studie “Global Digital Insurance Benchmarking Report 2015” der Unternehmensberatung Bain & Company hat den Status Quo der Versicherungsbranche bezüglich der Digitalisierung untersucht und ist dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Als Teil der Fintech-Bewegung haben sich in den letzten Jahren immer mehr Start-ups im Versicherungsbereich angesiedelt. So sind beispielsweise vor allem Knip und Anivo in der Schweiz bekannt dafür, digitale Versicherungsbroker Service anzubieten. Doch wie schaut es bei den traditionellen Versicherungsfirmen und den traditionellen Brokern aus? Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass noch rund 60 Prozent der Unternehmen zentrale Elemente für eine erfolgreiche digitale Transformation fehlen. Wohingegen die Akzeptanz der Kunden in diesem Bereich sehr gross ist. So gaben 79 Prozent der 160‘000 befragten Versicherungsnehmer aus insgesamt 18 Ländern an, dass sie in den kommenden fünf Jahren digitale Kanäle nutzen wollen. Dies erstreckt sich entlang der ganzen Customer Journey von der Informationsbeschaffung über Service bis hin zur Schadensmeldung. Die Grafik 1 zeigt, dass die Digitalisierung in diesem Bereich essentiell sein wird.

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Grafik 1: Infographic, Bain & Company, 2015

Laut Bain & Company hat ein voll digitalisierter Versicherungsanbieter sechs Dimensionen zu erfüllen:

– Eine Verschiebung der Kommunikationskanäle weg von Call Centern und hin zu Online- und mobilen Kanälen, um so eine verbesserte digitale Kundenreise zu ermöglichen

– Die Vernetzung der Systeme und somit der Aufbau eines Omnikanal-Vertriebs- und Servicemodells

– Automatisiertes Underwriting und Schadensmanagement

– Big-Data-Analysetechnologie

– Gesteigertes Investitionsvolumen in IT

– Aufbau einer innovationsfähigen Organisation und damit eingehend schnellere Produktentwicklung, Einsatz von neuen Methoden wie Rapid Prototyping sowie eine offene Fehlerkultur

“Kein Versicherer ist in jeder Dimension führend, einige aber sind es bereits in einer oder zwei”, betont Dr. Florian Mueller, Versicherungsexperte bei Bain & Company und Co-Autor der Studie. “Die Unternehmen kennen ihren Nachholbedarf und werden investieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie in jeder Dimension Fähigkeiten aufbauen.”

Versicherung 2.0 bleibt also wohl auch in den nächsten Jahren noch ein spannendes und sich weiterentwickelndes Thema.

 

Über Bain & Company

Bain & Company wurde 1973 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Boston. Die Firma ist eine international agierende Strategieberatung mit rund 5’700 Mitarbeitern. Das Unternehmen betreibt 53 Büros in 34 Ländern und operiert industrie- und länderübergreifend.

 

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Stijn Pieper

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