Crowdlending

Populismus führt zum Wachstum von Crowdlending

Das instabile politische Klima macht alternative Anlageformen wie Crowdlending und -investing attraktiver im Vergleich zu herkömmlichen Anlagevehikeln, da sie weniger hektisch auf politische Unsicherheit reagieren.

Die Schweizerische Nationalbank

Am Donnerstag hat die Schweizerische Nationalbank ihre Entscheidung bekanntgegeben an den Negativzinsen festzuhalten. SNB-Präsident Thomas Jordan begründete dieses Verhalten vor allem auch durch äussere Einflüsse. Er ortet viel Nervosität und Unsicherheit im Markt. Ein Blick auf die Aktienmärkte scheint die Unsicherheit der Anleger zu bestätigen. Die wichtigen Indizes tendieren seitwärts mit hoher Volatilität, was auf eine hohe Nervosität schliessen lässt. Einige behaupten, die Negativzinsen seien schuld an der Verunsicherung, da sie die Anleger zweifelsohne vor grosse Herausforderungen stellen. Der Grund für die Nervosität liegt aber weniger an der expansiven Geldpolitik der Notenbanken oder an den Wirtschaftszahlen (welche vor allem in USA und Europa eigentlich ziemlich ermutigend sind), sondern vor allem am momentan vorherrschenden, unberechenbaren politischen Klima. Ein Klima, das geprägt ist von Globalisierungsangst und von vermeintlich darauf reagierenden, einfachen Lösungen.

USA als Inbegriff von Kapitalismus

In den USA, dem Inbegriff von Kapitalismus und Handel, haben es populistische Kräfte geschafft, dass sich jetzt beide Präsidentschaftskandidaten gegen Freihandelsabkommen aussprechen, auch wenn dies nicht beide mit voller Überzeugung tun. Zudem ist die Gefahr real, dass das mächtigste Land der Welt bald von einem Abschottung und Hass predigenden Verrückten, der sich nicht mal die Mühe macht, sich eine Wirtschaftspolitik auszudenken, regiert wird. Die Briten könnten sich nächste Woche vom Kontinent lossagen und damit unvorhersehbare Schockwellen durch das ohnehin schon schwer geprüfte Europa senden. In der Schweiz verhindern ähnliche Globalisierungsängste praktikable Lösungen mit der EU oder nur schon die Diskussion darüber. Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen und die damit einhergehende Verunmöglichung eines sinnvollen Umgangs mit den real existierenden Herausforderungen erhöht die Rechtsunsicherheit für alle Wirtschaftsakteure, so auch für die Anleger. Die Nervosität auf den Aktienmärkten ist gut nachvollziehbar.

Attraktivität von alternativen Finanzprodukten steigt

Bei der steigenden Unsicherheit ist es kein Wunder, dass sich Anleger nach Möglichkeiten zur Diversifizierung umsehen. Dadurch steigt die Attraktivität von alternativen Finanzprodukten, die durch den Fintech-Boom der letzten Jahre immer zahlreicher werden. Speziell die Volumina im Crowdlending und Crowdinvesting sind in den letzten Jahren stark gestiegen. In Europa wächst dieser Markt je nach Kategorie 100-300% jährlich. Natürlich ist ein Teil dieses starken Wachstums auf technologische Fortschritte und das frühe Stadium, in welchem sich der Markt noch befindet, zurückzuführen. Auch wäre es illusorisch zu glauben, die Renditen dieser alternativen Finanzprodukte wären abgekoppelt von politischen Risiken. Weil Crowdinvesting- und Crowdlending-Plattformen aber (noch) nicht direkt an die internationalen Finanzmärkte angebunden sind, reagieren sie weniger hektisch auf die politischen Umwälzungen. Rendite und Risiko hängen auf diesen Plattformen noch viel stärker mit der tatsächlichen Leistung des finanzierten Unternehmens zusammen als auf den volatilen Aktienmärkten. Das macht diese neuen Plattformen zu willkommenen Alternativen für verunsicherte Anleger.

Verkürzt lässt sich also sagen: Trump & Co helfen dem Wachstum von Crowdlending-Plattformen wie Advanon.

Bitte, liebe Amis, wählt trotzdem Hillary! (Note vom 9.11.2016: Hat leider nicht geklappt)

 

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Katharina Boehringer

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