Der jährlich erscheinende Versicherungsbarometer von EY befragte diesjährig 15 Schweizer Erstversicherer. Die Studie trifft auf Basis dessen acht Hauptaussagen über die Versicherungsbranche im Jahr 2015:

1. Das Geschäftsumfeld hat sich für die überwiegende Mehrheit der Versicherungsunternehmen in den letzten zwölf Monaten verschlechtert.  

2. Die Niedrigzinsen zwingen die Lebensversicherer dazu, Produkte mit geringeren Garantien anzubieten. Wohingegen auf der Anlagenseite grössere Risiken eingegangen werden.

3. Laut der Mehrheit der Unternehmen hat der regulatorische Aufwand auch über die letzten zwölf Monate stark zugenommen. Diese gehen sowohl von der FINMA wie auch von der EU aus und erschweren den Versicherungen die Geschäftstätigkeiten.

4. In Sachen Digitalisierung hat die Versicherungsbranche Nachholbedarf. Bei über der Hälfte der Befragten befindet sich die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen oder wurde  gar  noch nicht initiiert. Dabei ist die Gefahr gross, die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

5. Nahezu zwei Drittel der Befragten erachten eine Kostensenkung von bis zu 30 Prozent als essentiell, um konkurrenzfähig zu bleiben. Als Priorität setzen sie im Zuge dessen die Optimierung der Strategie und Prozesse.

EY mini infographic

Abbildung 1: Vertriebskanäle der Schweizer Versicherer

6. Zwei Drittel der Befragten erwarten weitere Portfoliobereinigungen. Angesichts der tiefen Zinsen stehen in der beruflichen Vorsorge, bei Lebensversicherungen und im obligatorischen Krankenpflegeversicherungsbereich Produktkategorien oder Geschäftsfelder zur Disposition.

7. Der Kundenfokus gewinnt mit den neuen Technologien an Bedeutung. Nichtsdestotrotz bleiben die klassischen Vertriebskanäle immens bedeutungsvoll (s. Abbildung 1). Allerdings werden Multi-Channel-Strategie in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

8. Bei Big Data verfügen die Versicherer noch über grosses Potenzial. Erst bei einem Fünftel der Befragten sind Systeme zur Auswertung der grossen internen Datenmengen implementiert.

 

 

Die Studienergebnisse zeigen auf, dass noch grosses Verbesserungspotenzial an den verschiedensten Ecken vorherrschen. Wichtig ist die korrekte Priorisierung der Herausforderungen, um dem obersten Ziel – die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit – gerecht zu werden.

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Stijn Pieper

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