Wachsendes Vertrauen in Fintech Unternehmen

Fintech Unternehmen erfahren mehr Vertrauen

Das Vertrauen in Fintech Unternehmen wächst. Immer mehr Start-Ups sowie etablierte Finanzdienstleister kommen mit digitalen Banking-Angeboten auf den Markt, die das klassische Bankgeschäft, oder zumindest Teile davon, ersetzen sollen, beisielsweise mit Factoring. Die Möglichkeit, seine Bankgeschäfte online abzuwickeln, besteht schon lange, doch mittlerweile ist das Angebot erstaunlich rasant gewachsen. So können Kunden heutzutage bspw. Kreditdarlehen online beantragen oder sich über Crowdfunding-Plattformen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen lassen. Um Zahlungen zu tätigen, braucht man nicht mal mehr den Computer, man kann dies einfach über das Handy machen. Für die Anlageberatung ist der Gang zum Kundenberater auch nicht mehr notwendig, da das Anlageportfolio schnell und bequem online von so genannten Robo-Advisor zusammengestellt wird. Diese funktionieren voll automatisiert und standardisiert und eine persönliche Interaktion ist nicht mehr notwendig. Die Liste der Möglichkeiten könnte wohl noch beliebig lange fortgeführt werden – und das Potenzial scheint noch lange nicht ausgeschöpft.

Studie von e-foresight

Gemäss einer Studie des Swisscom Think Tank e-foresight und dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ werden dem Markt für „digitales Anlegen“ in Zukunft zweistellige Wachstumsraten prognostiziert mit einem Basisvolumen von CHF 54.3 Mrd. im Jahr 2020. Dies würde ca. 9% des gesamten Marktvolumens entsprechen, wobei der grösste Teil dem „beratungsunterstützten digitalen Anlegen“ zugeteilt werden kann.

Welchen Dienstleistungen vertrauen Kunden?

Bei diesem immer grösser werdenden Angebot stellt sich natürlich die Frage, welchen Dienstleistungen die Kunden überhaupt vertrauen? Bei vielen Anlegern beschränken sich die bisher gemachten Erfahrungen mit digitalen Banking-Dienstleistungen auf den Onlinehandel mit Aktien. Zusätzlich ist das Versenden von persönlichen Daten über das Internet nicht erst ein sensibles Thema seitdem man immer häufiger von Hackerangriffen hört. In der oben erwähnten Studie gaben von den 821 befragten Schweizer Privatpersonen an, dass sie sich durchaus vorstellen können, einen Teil ihres Vermögens in digitale Anlagelösungen zu investieren. Ein Viertel kann sich sogar vorstellen „mehr als 30 Prozent ihres Vermögens mithilfe von digitalen Anlageprodukten zu investieren“. Des Weiteren zeigt die Umfrage, dass den Kunden Vertrauen und Kompetenz am wichtigsten sind. Vollautomatisierten Lösungen stehen sie hingegen noch skeptischer gegenüber und wünschen sich oftmals die Möglichkeit zur „selbstbestimmten digitalen Auftragserteilung“.

Studie von True Wealth über web-basierte Anlagelösungen

Das im Oktober 2014 gestartete Start-Up True Wealth hat kürzlich eine eigens in Auftrag gegebene Studie publiziert, um sich ein besseres Bild über die Schweizer Bevölkerung hinsichtlich web-basierter Anlagelösungen zu machen. Befragt wurden 507 Personen in der Deutschschweiz zwischen 18 und 65 Jahren. Die Studie zeigt, dass „jeder achte Schweizer mit dem Gedanken spielt, sein Privatvermögen einer webbasierten Vermögensverwaltung“ anzuvertrauen. Dabei sei der Anteil bei den männlichen Anlegern sogar etwas höher. Gleichzeitig gibt die Hälfte von ihnen an, dass sie sich noch „unschlüssig seien“, da sie sich noch zu wenig mit Vermögensverwaltung im Allgemeinen auseinander gesetzt haben und/oder die webbasierten Angebote noch nicht kennen. Die Vorteile der webbasierten Vermögensverwaltung liegen auf der Hand: Transparenz, Schnelligkeit, Echtzeitreporting und keine verdeckten Gebühren. Auf der anderen Seite geben die Anhänger der klassischen Vermögensverwaltung an, dass sie „Zweifel an der Sicherheit der Anlage“ haben, „fehlendes Vertrauen hinsichtlich des Datentransfers über das Internet“ sowie „den nicht vorhandenen persönlichen Kontakt zu einem Berater“ vermissen. Wenig überraschend ist es, dass vor allem die älteren Befragten (>50 Jahre) den persönlichen Kontakt zu einem (Kunden-)Berater bevorzugen (56.4%), wo hingegen dieser Anteil bei den Jungen (19-29 Jahre) bei 29.7% liegt.

Das Angebot von digital banking in der Schweiz

Insgesamt hinkt das Angebot an digitalen Banking-Dienstleistungen in der Schweiz dem in den USA oder in Grossbritannien wenig überraschend (noch) hinterher. Aus diesem Grund ist es schwierig, abschliessend zu beurteilen, welches Vertrauen die Kunden den Anbietern solcher Lösungen entgegenbringen. Was die zwei Studien und die stark wachsende Zahl an Fintech Start-Ups zeigen, ist, dass zumindest ein grosses Interesse an solchen Lösungen besteht. Ob die Anbieter das Vertrauen der Kunden gewinnen können und die hohen Erwartungen erfüllen können, wird die Zukunft zeigen müssen.

Über den Autor/die Autorin Alle Blogbeiträge anzeigen

Advanon AG

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht publiziert. Obligatorische Felder sind mit * gekennzeichnet.

Homepage