Liquiditaetsmanagement

Was macht ein smartes Liquiditätsmanagement aus und wieso ist es vor allem für schnell wachsende KMU und Startups essentiell? Dieser Beitrag zeigt 7 Tipps auf, mit denen sich auch turbulente Zeiten ohne Zahlungsschwierigkeiten meistern lassen.

Was ist Liquiditätsmanagement?

Das Liquiditätsmanagement ist ein operativer Teilbereich des Finanzmanagements. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Liquidität zu sichern, damit die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu jeder Zeit gewährleistet ist – unabhängig von spezifischen Herausforderungen. Denn der Mangel an liquiden Mitteln kann selbst bei gut laufenden Unternehmen zu einer Zahlungsunfähigkeit und somit im schlimmsten Fall zur Insolvenz führen. Dementsprechend gilt es, ein Gleichgewicht zwischen Rentabilität, Sicherheit und Flexibilität zu wahren. Kurzum: Das Liquiditätsmanagement ist die Lebensversicherung eines Unternehmens, vor allem in Krisenzeiten.

Was gehört zum Liquiditätsmanagement?

Ein ganzheitliches Liquiditätsmanagement umfasst drei Dimensionen: die Ermittlung des Liquiditätsstatus, die kurzfristige Liquiditätsvorschau sowie die mittel- und langfristige Liquiditätsplanung.

a) Die Ermittlung des Liquiditätsstatus

Die Ermittlung des Liquiditätsstatus dient dazu, die gegenwärtige Zahlungsfähigkeit festzustellen und gegebenenfalls mögliche Ungleichgewichte zwischen Geldkonten aufzudecken. Dies umfasst die tagesaktuelle Darstellung der liquiden Mittel. Hierfür werden die kurzfristig zu erwartenden Ein- und Ausgaben ermittelt.

b) Die kurzfristige Liquiditätsvorschau

Können die laufenden Rechnungen sowie Kosten für Personal, Steuern und Miete etc. bezahlt werden? Die kurzfristige Liquiditätsvorschau prognostiziert alle Ein- und Auszahlungen für einen Zeitraum von maximal 12 Wochen.

c) Die mittel- und langfristige Planung der Liquidität

 Die mittel- und langfristige Planung der Liquidität soll den zukünftigen Kapitalbedarf ermitteln. Sie setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit, Cashflow aus der Investitionstätigkeit sowie Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit. Aus den daraus resultierenden Tendenzen und Risiken lassen sich Vorsorgemaßnahmen, z. B die Aufnahme neuer Darlehen, ergreifen.

 

Welche Rolle spielt der Cashflow?

Der Cashflow bildet die betrieblichen Zahlungsströme innerhalb eines Unternehmens ab. Die Planung und Kontrolle dessen stellt den Kern eines professionellen Liquiditätsmanagements dar.

a) Was bedeutet Cashflow in Bezug auf Liquiditätsmanagement?

Der Cashflow gibt Auskunft darüber, woher die Einnahmen stammen und für welche Ausgaben sie verwendet werden. So umfasst der Cashflow die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Daraus kann abgeleitet werden, ob sich das Unternehmen aus eigener Kraft finanzieren kann.

b) Wieso muss der Cashflow gesondert betrachtet werden?

Anders als bei einer Gewinn- und Verlustrechnung, werden bei der Ermittlung des Cashflows nur die Geschäftsvorgänge berücksichtigt, die zahlungswirksam sind. Offene Rechnungen und Verbindlichkeiten spielen ebenso wenig eine Rolle wie die Abschreibungen für das Anlagevermögen.

Für das Liquiditätsmanagement sollte also nicht nur der Gesamt-Cashflow betrachtet werden, sondern auch die schon zuvor erwähnten einzelnen Cashflow-Arten:

  • Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit
  • Cashflow aus der Investitionstätigkeit
  • Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Dabei gestaltet sich das Cash-Management als ein ständig laufender Prozess, der mit anderen Abläufen des Finanzmanagements eng verzahnt ist. Cash-Management, Controlling und Liquiditätsmanagement unterliegen unterschiedlichen Planungszyklen. Im Cash-Management erfolgt die Planung auf Tagesebene (Zeithorizont 7-10 Tage), um die kurzfristige Finanzdisposition zu sichern. Dahingegen erfolgt das Liquiditätsmanagement im Wochen- und Monatsrhythmus, mit einem Zeithorizont von 12 Monaten. Im Vergleich dazu plant das Controlling im Jahres- und Monatsrhythmus mit einem Zeithorizont von 1-5 Jahren.

 

Wie lässt sich das Liquiditätsmanagement verbessern?

  1. Außenstände minimieren

Wenn ein Auftrag erledigt ist, sollten Rechnungen sofort geschrieben werden. Ein Skonto schafft für den Kunden einen zusätzlichen Anreiz, den Betrag möglichst zeitnah zu begleichen. Indem der eingeräumte Skonto nicht nur prozentual, sondern auch absolut ausgewiesen wird, sieht der Kunde auf den ersten Blick, was er sparen kann. Darüber hinaus sollten verstrichene Zahlungsfristen keinesfalls „verschleppt“ werden. Es gilt, direkt Kontakt mit dem Kunden aufzunehmen und bei Schwierigkeiten gegebenenfalls Raten- oder Teilzahlungen zu vereinbaren.

 

  1. Verbindlichkeiten reduzieren

 Weiterhin empfiehlt es sich, z. B. bei Lieferantenrechnungen, selbst vom Vorteil eines Skontos zu profitieren. Ganz nebenbei lassen sich damit die eigenen Verbindlichkeiten reduzieren. Auch wenn dies bedeutet, dass ein Kontokorrentkredit in Anspruch genommen werden muss. Kleines Rechenbeispiel: Die Lieferantenrechnung beläuft sich auf 15‘000 Euro. Wird die Rechnung innerhalb von 10 Tagen beglichen, locken drei Prozent Skonto. So lassen sich 450 Euro sparen. Um den Betrag innerhalb der Frist zahlen zu können, empfiehlt sich die Aufnahme eines Kontokorrentkredits für 20 Tage. Dafür werden aktuell 12,25 Prozent Zinsen im Jahr fällig, d. h. rund 99 Euro. Die Ersparnis umfasst also 351 Euro.

Und: Fragen kostet nichts, vielleicht räumen die Lieferanten höhere Rabatte ein, wenn sie die zukünftigen Außenstände unkompliziert per Lastschrift einziehen dürfen.

 

  1. Bonität von (Neu-)Kunden prüfen

 Sicher ist sicher: Vor allem bei Geschäftsbeziehungen mit neuen Kunden sollte zuvor die Bonität überprüft werden. Dies kann über die Hausbank oder über Auskunfteien geschehen. Wenn der Kunde in finanziellen Schwierigkeiten zu sein scheint, ist eine Bankbürgschaft das Minimum. Ein Verzicht auf den Auftrag ist jedoch meistens die sicherste Variante, sonst kann es Monate oder Jahre dauern, bis das Geld fließt. Oder im schlimmsten Fall gar nicht, wenn der Kunde Konkurs geht.

 

  1. Kooperationspartner suchen

 Als Faustregel gilt: Je höher die Abhängigkeit zu einem Kunden, desto größer ist das Risiko, wenn dieser nicht zahlt oder sich die Zahlungen wegen einer Reklamation verzögern. Deshalb sollten bei einem (Groß-)Auftrag nicht mehr als 50 Prozent der Kapazitäten gebunden werden. Wie wäre es stattdessen mit einem Kooperationspartner, mit dem sich der Auftrag gemeinsam erledigen lässt?

 

  1. Investitionskosten genau berechnen

 Bei Investitionen sollte der tatsächliche Kapitalbedarf nicht unterschätzt werden. Die Berechnungen müssen alle etwaigen Folgekosten, wie zusätzliches Personal oder einen erweiterten Fuhrpark, beinhalten. Schließlich müssen auch diese Kosten vorfinanziert werden. Kommt es zu einem Umsatzeinbruch, lassen sich die erhöhten Kapazitäten nur langsam reduzieren.

 

  1. Vorhandene Gelder anlegen

Auch wenn es heutzutage kaum noch Zinsen gibt, ist es ratsam, Kassenüberschüsse anzulegen. Doch aufgepasst, wenn liquide Mittel benötigt werden, sollte auf diese Gelder schnell und ohne Verluste zugegriffen werden können. Dafür eignen sich vor allem Tagesgeldkonten.

 

  1. Lager klein halten

Herumstehende Waren oder Rohstoffe binden unnötig Kapital. Anstatt allzu viel anzuhäufen, sollten nur Waren oder Betriebsmittel vorrätig gehalten werden, die in absehbarer Zeit zum Einsatz kommen. Auch Mengenrabatte sind verlockend. Doch Vorsicht, häufig ist es empfehlenswert, eine kleinere Stückzahl etwas teurer einzukaufen, anstatt den Überschuss vorzufinanzieren und monatelang zu lagern.

Advanon als Factoring-Partner für KMU

Das Unternehmen floriert, doch wenn beispielsweise die Zahlungsmoral der Kunden zu wünschen übrig lässt, kann es trotz voller Auftragsbücher in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Um das eigene Liquiditätsmanagement zu optimieren und den Cashflow zu verbessern, können KMU auf Factoring-Anbieter zurückgreifen. Auf der Online-Plattform von Advanon läuft der ganze Prozess noch flexibler als beim traditionellen Factoring ab: Anstatt alle Forderungen zu verkaufen, kann das Unternehmen selbst entscheiden, welche Rechnungen es vorfinanzieren lassen will. Den Preis bestimmt das Marktplatzprinzip. Damit bietet das Schweizer Startup eine faire, transparente und schnelle Lösung – innerhalb weniger Tage erhalten KMU hier Liquidität und können investieren oder grössere Aufträge annehmen.

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Katharina Boehringer

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