SVP Fraktionschef der Schweiz Andreas Glarner

Interview mit Andreas Glarner

Der Aargauer Nationalrat Andreas Glarner steht für kompromisslose Asylpolitik und politisiert stramm auf Parteilinie der SVP. Deswegen stand er in der Vergangenheit auch häufig unter Beschuss der Öffentlichkeit. Nichtsdestotrotz, oder vielleicht auch gerade deswegen, hat er die Wahl in den Nationalrat geschafft. Advanon hatte die Möglichkeit, ihm ein paar Fragen zum Thema Unternehmertum und Bürokratie in der Schweiz zu stellen.

Advanon: Die Schweizer Bevölkerung hat in den vergangenen Jahren bei einigen Initiativen nicht den Wünschen der grossen Wirtschaftsverbände entsprochen. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz trotz traditioneller Nähe der Bevölkerung zur Wirtschaft?

Andreas Glarner: Den Wirtschaftsverbänden ist es nicht gelungen, die Anliegen glaubwürdig zu „verkaufen“ – dies liegt sicher auch daran, dass deren Glaubwürdigkeit unter anderem durch „Abzocker“ gelitten hat.

Advanon: Sehen Sie die gute Wettbewerbsposition der Schweiz durch diese Initiativen und v.a. deren Ergebnisse gefährdet?

A.G.: Nein, überhaupt nicht – ausser bei den sozialistischen Initiativen à la Erbschaftssteuer oder Aufhebung der Pauschalbesteuerung.

Advanon: Unser Start-Up wurde von einem Schweden, einem Holländer und einem Schweizer gegründet. Wie kann man argumentieren, dass die Schweiz nach wie vor die beste Wahl in Europa ist?

A.G.: Die Erklärung ist einfach: Wir sind ein sicheres Land mit einer direkten Demokratie, tiefen Steuern, hervorragender Verkehrsanbindung und relativ freiem Arbeitsrecht – und einem starken Schweizer Franken.

Advanon: Während die Zusammenarbeit mit der FINMA mittlerweile sehr gut läuft, gibt es immernoch sehr bürokratische und ineffiziente Abläufe mit Schweizer Behörden. Insbesondere für junge Unternehmen ohne finanzielle Ressourcen kann dies zum Problem werden. Ist das ein Punkt auf Ihrer politischen Agenda und wenn ja, wie gehen Sie dagegen vor?

A.G.: Ja, dies steht auf meiner Agenda. Es wird schwierig werden, denn gerade heute Morgen erklärte uns BR Schneider-Ammann, dass er alles daran setze, dass es für die Wirtschaft einfacher werde…

Das heisst: Alle sprechen davon und niemand unternimmt etwas – insofern muss es mir gelingen, anhand von konkreten Beispielen „anzugreifen“ – wenn Sie mir solche liefern können, bin ich Ihnen sehr dankbar.

Advanon:  Was geben Sie jungen Unternehmern mit auf den Weg? Können sie sich auf Sie als Sprachrohr für Start-Ups verlassen?

A.G.: Ich gebe Ihnen auf den Weg, unbeirrt und hartnäckig den eingeschlagenen Weg zu verfolgen. Seien Sie Unternehmer statt Unterlasser – Erfolg kann man nämlich buchstabieren: T-U-N !

In meinem Sitzungszimmer hängt ein Spruch: Nur im Wörterbuch kommt Erfolg vor Fleiss – daran halte ich mich. Da ich nach erfolgreichem Verkauf meiner ersten Firma wiederum ein Start-Up gegründet habe (www.careproduct.ch), kann ich sicher als Sprachrohr dienen !


Über Advanon

Gestartet im Juli 2015, ist Advanon die erste Online Plattform in der Schweiz, die es KMU erlaubt ihre Rechnungen online von Privatinvestoren vorfinanzieren zu lassen. Durch das innovative Geschäftsmodell haben Unternehmen schneller und einfacher die Möglichkeit, ihre Finanzinformationen zur Verfügung zu stellen und somit das Risiko besser abzuschätzen. Das passionierte Team hat sich als Ziel gesetzt, den veralteten Factoring-Markt durch den Einsatz modernster Technologien zu revolutionieren. Dabei stehen Datenschutz und Qualitätsstandards immer im Vordergrund und sollen so dem Kunden höchste Komfortabilität bieten.

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Stijn Pieper

1 KommentarKommentar schreiben

  • […] über genau dieses Thema mit Parlamentarier (u.a. Jonas Fricker, Christian Wasserfallen und Andreas Glarner) in Bern gesprochen und kamen so zu dem Entschluss, dass die Bedürfnisse der Schweizer Start-Up […]

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