Working Capital Management

Working Capital Management – was ist das?

Das 21. Jahrhundert ist eine Zeit nie dagewesener Unsicherheiten innerhalb der Weltwirtschaft und Finanzmärkte. Diese Unsicherheiten beeinflussen in deutlichem Umfang auch die Wertschöpfungsketten und Bilanz von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Liquiditätsmanagement zur Maximierung des Free Cash Flow rückt in den Fokus. Eine darauf ausgerichtete Massnahme ist Working Capital Management (WCM). Diese Massnahme bietet einem KMU eine günstigste Finanzierungsvariante und minimieren die Kapitalbindung. Damit erhöht sich in der Bilanz die Liquidität, was strategische Investitionen und eine Verminderung von Verbindlichkeiten begünstigt. Im Prozess gewinnt das Unternehmen an Effizienz und Profitabilität. Damit erhöht Working Capital Management den Unternehmenswert bedeutend. Was genau steckt dahinter?

Was Working Capital bedeutet

Working Capital (WC) entspricht einer Kennzahl aus der Bilanz und kann der Liquiditätsanalyse von Unternehmen dienen. Bei der Bilanzkennzahl handelt es sich um die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Jedes Unternehmen sollte über ein Working Capital grösser als null verfügen. Positive Working Capitals signalisieren die Gesamtfinanzierung des Anlagevermögens und die Teilfinanzierung des Umlaufvermögens aus langfristigem Kapital. Dieser Zusammenhang spielt im Hinblick auf die Goldene Bilanzregel eine Rolle.

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Laut der Regel haben Unternehmen ihr gesamtes Anlagevermögen und das langfristige Umlaufvermögen im Sinne des eisernen Bestands idealerweise durch langfristiges Kapital zu finanzieren. Ein positiver Working-Capital-Wert weist in der Liquiditätsanalyse also darauf hin, dass die Goldene Bilanzregel vom KMU eingehalten wird. Umso höher der WC-Wert, umso sicherer die längerfristige Liquidität. Ein negativer Working-Capital-Wert kleiner null deutet in der Liquiditätsanalyse ein Risiko für Illiquidität an. Das Umlaufvermögen im Sinne des kurzfristigen Vermögens reicht in diesem Fall offenbar nicht aus, um kurzfristige Verbindlichkeiten zu finanzieren.

Wie aus Working Capitals WCM entsteht

Dem WC-Wert liegt idealerweise ein 2:1-Verhältnis zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigem Fremdkapital zugrunde. Dieses Prinzip hat die Bankers Rule zur Grundlage und erfüllt damit die Forderung amerikanischer Banken, das Umlaufvermögen mit mindestens dem doppelten Wert des kurzfristigen Fremdkapitals anzusetzen. Als statische Bilanzkennzahl besitzt der Working-Capital-Wert lediglich begrenzte Aussagekraft. Einerseits ist der Wert von der Branche abhängig. Ausgaben und Einnahmen in der Zukunft ignoriert die Kennzahl ausserdem vollständig, wodurch die Liquiditätslage der KMU mit schlimmstenfalls auch falsch eingeschätzt werden kann. Nichtsdestotrotz können über Working Capitals Optimierungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens aufgedeckt werden. Die Kennzahl kann zum Beispiel Hinweise auf unternehmensinterne Schwächen geben, so vor allem auf

Weitere Kennzahlen und Analysen sind zur Verifizierung derartiger Ableitungen erforderlich. Hierzu zählen Umschlagskennzahlen von Vorräten sowie Angaben zum durchschnittlichen Zahlungsziel. Um Schwächen und Optimierungsmöglichkeiten aus Working Capitals abzuleiten, kommt aktives Working Capital Management zu Tragen.

Was ist Working Capital Management?

Bei WCM handelt es sich im Wesentlichen um das Management von Forderungen, Beständen und Verbindlichkeiten, das der Finanzierung von unternehmensinternem Wachstum dient. Mit WCM-Massnahmen setzt ein KMU gebundene Liquidität für die interne Finanzierung frei. Im Kern realisieren Unternehmen über WCM eigene Aussenstände schneller und vereinbaren für ihre Verbindlichkeiten angemessene Skonti zur rascheren Begleichung oder längere Zahlungsziele zu besseren Konditionen. Das WCM-Konzept besteht damit aus zwei Grundprinzipien:

  • Reduktion gebundenen Kapitals
  • Effizienzsteigerung in Bezug auf Forderungen, Inventar und Verbindlichkeiten

Das grösste Verbesserungspotenzial eröffnet sich den KMU mit der Reduktion von Vorräten, an die optimiertes Forderungsmanagement anschliessen kann. Die Zahlungsfähigkeit hängt besonders für kleine und mittelständische Unternehmen nicht zuletzt vom Zahlungsverhalten der Kunden ab. Aus diesem Grund müssen sich gerade KMU um die Optimierung ihres Forderungsmanagements bemühen. Durch aktives Forderungsmanagement sinkt das Risiko für Forderungsausfall. Zur selben Zeit steigt die Qualität offener Forderungen und mit ihr die Realisierungsaussicht, wenn Geschäftsabschlüssen zum Beispiel bestimmte Prüfmechanismen vorgeschaltet werden.

Wie WCM-Massnahmen im Einzelfall aussehen

Sämtliche Massnahmen des WCM basieren auf dem Prinzip des Cash Conversion Cycle, das die Kapitalbindung im Verlauf von Umsatzprozessen verdeutlicht. Die Liquidität sowie Rentabilität des Unternehmens verbessert sich bei dieser Form von Management dank einer optimierten Financial Supply Chain. Als solche werden alle finanziellen Ströme von Unternehmen zusammengefasst. Lohnenswerte WCM-Massnahmen sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel:

  • Massnahmen zur Lagerhaltungsoptimierung : Neben der exakten Kontrolle von Lagerbeständen ist eine optimale Lageraufbaugestaltung erforderlich, um Rohstoffe schneller zu finden. Just-in-Time-Lieferungen senken die Lagerkosten. Die Analyse von Umschlagszeiten hilft dabei, die Produktion von Produkten mit langer Umschlagszeit anzupassen und so die Kapitalbindung abzusenken.
  • Optimierung des Forderungsmanagements : Mängel bezüglich der Zahlungsziele werden durch eine Verbesserung von Mahnwesens und Bonitätsprüfung behoben. Mittel wie Skonti können ausserdem die Zahlungsgeschwindigkeit von Kunden erhöhen. Auch Factoring-Alternativen kommen hier als Massnahme in Frage.
  • Optimierung von Verbindlichkeiten : Verbindlichkeiten werden vor allem durch Verhandlungen mit Lieferanten optimiert. Entweder werden Zahlungsziele dabei verlängert, oder gewährte Skonti optimiert.

Mit der Umsetzung der genannten Massnahmen reduziert sich bei dieser Form von Management das Nettoumlaufvermögen. Für Unternehmen sind Working-Capital-Management-Massnahmen damit eine der elegantesten Möglichkeiten, zu Liquidität zu gelangen.

Advanon gewinnt den Working Capital Management Award

Advanon hat dieses Jahr den Working Capital Management Award der PostFinance in der Kategorie Innovation gewonnen. Mehr darüber kannst du auch auf 20 Minuten nachlesen: “Investoren finanzieren Kundenrechnungen”.

Working Capital Management Award

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Katharina Boehringer

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